Orte der Repression

Isolation Hunger Geheimdienst MfS Schlafentzug Ausreise Hinrichtung Flucht Willkür

Frankfurt/Oder

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„Tigerkäfige" werden die ummauerten und mit Drahtnetz überspannten Höfe genannt, in die die Häftlinge zum Freigang gesperrt werden.
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Die Zellen sind mit Blenden versehen, damit kein Blickkontakt nach außen möglich ist.
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Die Häftlinge schlafen im Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit in Frankfurt/Oder auf Holzpritschen.
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„Den von der Staatssicherheit Geängstigten, Verfolgten, Gefolterten, Gebrochenen gewidmet."

„Jede Nacht bis morgens zur Vernehmung [...]. Ich bin jede Nacht [...] da hin, ich hab nur noch gewackelt." Am 17. Juni 1953 beteiligt sich der 20-jährige Heinz Grünhagen an den Bauarbeiterstreiks. Noch in der gleichen Nacht wird er verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit in Frankfurt/Oder gebracht. Fünf Nächte hintereinander wird er verhört, tagsüber zu schlafen ist verboten, die kleine Zelle mit vier Häftlingen überfüllt. Völlig entkräftet stellt man ihn vor Gericht und verurteilt ihn zu fünf Jahren Zuchthaus.

Die Bezirksverwaltung Frankfurt/Oder des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) unterhält von 1950 bis 1969 eine Untersuchungshaftanstalt in der Großen Oderstraße.

Das bereits 1812 erbaute und mehrfach baulich erweiterte Polizei- und Gerichtsgefängnis wird nach 1933 von der nationalsozialistischen Geheimen Staatspolizei (Gestapo) als Haftanstalt genutzt. Auch Hinrichtungen werden vor Ort durchgeführt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges dient es sowjetischen Sicherheitsorganen zunächst als Internierungsgefängnis. Um 1950 wird die Einrichtung von der Staatssicherheit der DDR übernommen, die das Gebäude bis 1969 als Untersuchungshaftanstalt führt. In den ersten beiden Jahren dient es auch als Hinrichtungsstätte. Nach der Fertigstellung eines Neubaus in der Otto-Grotewohl-Straße 53 (heute: Robert-Havemann-Straße 11) wird die Untersuchungshaftanstalt des MfS dorthin verlegt, was für die Häftlinge eine Verbesserung der Haftbedingungen bedeutet. Bisher gab es keine Toiletten auf den Zellen. Kübel dienten zur Verrichtung der Notdurft, Bretterpritschen als Schlafstatt. Das alte Gebäude in der Großen Oderstraße 67 (heute: Collegienstraße 10) wird der Volkspolizei (Ministerium des Innern) übergeben, die es bis zum Ende der DDR weiter als Untersuchungshaftanstalt nutzt.

 
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"Wer nicht pariert, der kommt nach Schwedt!"

Im Militärgefängnis Schwedt soll die Persönlichkeit der inhaftierten NVA-Angehörigen durch Drill und harte Arbeit gebrochen werden.

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