Orte der Repression

Isolation Hunger Geheimdienst MfS Schlafentzug Ausreise Hinrichtung Flucht Willkür

Potsdam, Leistikowstraße

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Wenige Wochen nach der Geburt wird Helga Kühn ihre Tochter weggenommen. Sie wächst bei den Großeltern auf.
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In der Leistikowstraße sind die Gefangenen vollkommen der Willkür des militärischen Geheimdienstes ausgeliefert.
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Kein Licht, kein Wasser, keine Toilette: Die Häftlinge werden seelisch und körperlich misshandelt.
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Schild, Schwert und der fünfzackige Stern bilden das Emblem des sowjetischen Geheimdienstes KGB. Im „Militärstädtchen Nr. 7", zu dem auch die Leitikowstraße gehört, hat er seine Zentrale.

Nur ein kleines Bild von ihrer Tochter bleibt Helga Kühn. 1950 wird sie nach acht Monaten Untersuchungshaft in der Potsdamer Leistikowstraße hochschwanger durch ein Sowjetisches Militärtribunal (SMT) zu 25 Jahren Haft verurteilt. Ihre Tochter kommt im Frauengefängnis Hoheneck zur Welt und wird nach drei Monaten in ein Säuglingsheim gebracht.

In der Potsdamer Leistikowstraße 1 befindet sich die zentrale Untersuchungshaftanstalt des sowjetischen Militär-Geheimdienstes.

Im August 1945 beschlagnahmt die sowjetische Besatzungsmacht das Gebäude, das ursprünglich vom Evangelisch-Kirchlichen Hilfsverein gebaut und genutzt wurde. Zusammen mit etwa 100 umliegenden Häusern gehört es zum „Militärstädtchen Nr. 7", der Kommandozentrale des KGB. 36 Zellen werden eingerichtet, Durchgänge und Fenster bis auf schmale Öffnungsschlitze zugemauert und mit massiven Eisengittern versehen. Sichtblenden verhindern jeden Kontakt mit der Außenwelt. Bis 1955 sind in der Untersuchungshaftanstalt neben sowjetischen Militärangehörigen auch Deutsche interniert. Angebliche Spionage für die Westmächte ist der Hauptvorwurf. Es wird geschätzt, dass bis Mitte der 1950er Jahre zwischen 900 und 1.200 Menschen dort inhaftiert waren. Die Gefangenen werden monatelang verhört, körperlich und seelisch misshandelt. Sowjetische Militärtribunale verurteilen sie zu mehrjährigen Haftstrafen oder zum Tode. Die Häftlinge werden in Speziallager der sowjetischen Besatzungszone, nach Workuta oder in andere Arbeitslager des sowjetischen GULags gebracht. Ab Mitte der 1950er Jahre werden bis 1984 ausschließlich sowjetische Militärangehörige in der Leistikowstraße gefangen gehalten. Ihnen wird hauptsächlich Fahnenflucht oder Kollaboration vorgeworfen. Mitte der 1980er Jahre wird das Gefängnis in der Leistikowstraße aufgelöst. Bis heute gibt es keine umfassenden Angaben über die Anzahl der Menschen, die hier leiden mussten.

 
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41 Jahre lang zerteilt die deutsch-deutsche Grenze das kleine Dorf Mödlareuth in einen west- und einen ostdeutschen Teil.

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