Orte der Repression

Isolation Hunger Geheimdienst MfS Schlafentzug Ausreise Hinrichtung Flucht Willkür

Berlin-Marienfelde

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Weil Wilfried Seiring (*1935) zu Solidarität mit den Aufständischen in Ungarn aufgerufen hatte, wurde er vom Studium ausgeschlossen. Bei seiner Flucht nach West-Berlin im Mai 1957 verbringt er einige Tage im Notaufnahmelager in Berlin-Marienfelde.
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Das Aufnahmeverfahren dauert in der Regel ein bis zwei Wochen. Für die Flüchtlinge eine mühsame Prozedur, ist es für die bundesdeutschen Behörden notwendig, um den Zuzug zu dirigieren.
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Lange Schlangen: Tausende suchen Zuflucht im Notaufnahmelager. Erst mit dem Mauerbau 1961 ebbt der Flüchtlingsstrom ab.
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Ursprünglich waren pro Flüchtling vier Quadratmeter Platz vorgesehen. Aufgrund des massenhaften Andrangs herrscht in den Unterkünften jedoch dichtgedrängte Enge.
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In den so genannten „Sichtungsstellen" der West-Alliierten werden die Flüchtlinge befragt. So werden Informationen über die DDR gesammelt.

„Ich habe nicht gefragt: Weswegen bist Du abgehauen? Weil ich auch nicht gefragt werden wollte, warum ich abgehauen bin." Wilfried Seiring kommt 1957 in das Notaufnahmelager in Berlin-Marienfelde. Die Erleichterung über die geglückte Flucht wird überschattet durch Misstrauen gegenüber anderen Flüchtlingen. Immer wieder wird im Notaufnahmelager auf die Gefahr von Spionen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) hingewiesen.

Das Notaufnahmelager Marienfelde in West-Berlin dient als zentrale Anlaufstelle für Menschen, die der SED-Diktatur den Rücken kehren.

In Marienfelde werden Flüchtlinge aus der DDR untergebracht und versorgt, bis sie eine Aufenthaltsgenehmigung für West-Berlin oder die Bundesrepublik haben. Im Notaufnahmelager angekommen, erhalten die Flüchtlinge eine Nummer und einen Laufzettel, der die Stationen des Aufnahmeverfahrens zusammenfasst. Dazu gehören ärztliche Untersuchungen, aber auch Gespräche mit Vertretern der westalliierten Geheimdienste in der „Sichtungsstelle". So sollen zum einen möglichst viele Informationen über die SBZ bzw. die DDR gesammelt, zum anderen mögliche Spione entdeckt werden. Unter den Flüchtlingen entsteht ein Klima des Misstrauens. Geschwächt durch die Strapazen der gerade überstandenen Flucht leiden sie auch an der Ungewissheit über ihre Zukunft.
Nach seiner Eröffnung 1953 bietet das Notaufnahmelager Marienfelde Platz für 1.200 Flüchtlinge. In den folgenden zwei Jahren wird es weiter ausgebaut, so dass ab 1955 2.800 Menschen dort eine Unterkunft erhalten können. Das Lager ist ständig überbelegt, besonders in den Wochen vor dem Mauerbau. Nach der Errichtung der Berliner Mauer 1961 sinkt die Zahl der Flüchtlinge erheblich. Mit der Ausreisebewegung ab Mitte der 1970er Jahre und den Massenfluchten Ende der 1980er Jahre kommen wieder mehr DDR-Flüchtlinge in das Notaufnahmelager. Erst drei Jahre nach der Wiedervereinigung verlassen die letzten Bewohner Marienfelde. Insgesamt haben über 1,3 Millionen der ca. 4 Millionen DDR-Flüchtlinge das Notaufnahmelager Marienfelde durchlaufen.

 
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Die MfS-Untersuchungshaftanstalt in Chemnitz dient als zentrale Drehscheibe für politische Häftlinge, die von der Bundesrepublik frei gekauft werden.

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