Orte der Repression

Isolation Hunger Geheimdienst MfS Schlafentzug Ausreise Hinrichtung Flucht Willkür

Suhl

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Der heruntergekommene Gebäudekomplex stammt von 1860 und kann wegen seiner Lage nicht erweitert werden.
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Stacheldraht und Elektrozaun verhindern jeden Fluchtversuch.
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Bis in die 1960er Jahre gibt es kein Wasser und keine Sanitäranlagen in den Zellen.

„Einmal täglich war Freigang […], im Dauerlauf musste man nach unten laufen, vor einer Freizelle stand ein Aufseher, der den Gefangenen einschloss. Die Isolierung war perfekt, man sah nie einen anderen Häftling (außer den Zellengenossen). In der Freizelle war jede Unterhaltung verboten, man musste ständig im Kreis laufen, wer stehenblieb, wurde sofort verwarnt." So berichtet eine ehemalige Gefangene von den Haftbedingungen in Suhl 1962.

In Suhl dient das alte preußische Amtsgericht als Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).

In dem 1860 errichteten Gefängnis werden bereits durch die Nationalsozialisten politische Häftlinge, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene inhaftiert. Der sowjetische Geheimdienst nutzt das Gebäude als „Verwahrstätte" für politische Gefangene und Opfer von Denunziationen. Das Gefängnis ist ständig überbelegt, die Ausstattung katastrophal, Drohungen und Gewaltanwendungen gehören zur Tagesordnung. 1952 übernimmt die Staatssicherheit nach einer kurzen Nutzung durch das Amtsgericht das Gebäude und richtet hier ein Untersuchungsgefängnis ein. Bis in die 1960er Jahre gibt es kein Wasser in den Zellen, die Notdurft muss in Kübel verrichtet werden. Modernisierungen beschränken sich auf das Nötigste, größere Erweiterungen können durch die Lage in der Stadt nicht durchgeführt werden. Teils sind die umliegenden Wohnhäuser so hoch, dass die Anwohner in den Hof blicken können. 1974 stellt der Leiter der Untersuchungshaftanstalt fest, dass „in jedem Fall auch beobachtet werden [kann], wenn die Mitarbeiter zur Nachtzeit arbeiten, da die Fenster der Mitarbeiterzimmer ebenfalls von außen einzusehen sind." Nachts finden die endlosen und quälenden Verhöre der Häftlinge statt. Mitte der 1980er Jahre wird ein Neubau geplant, die Fertigstellung war für 1990 vorgesehen.

 
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"Wir bekamen Wasser und Skorbut."

Extreme Enge und schlechte hygienische Verhältnisse kosten tausende Inhaftierte des sowjetischen Speziallagers Nr. 5 in Ketschendorf das Leben.

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