Orte der Repression

Isolation Hunger Geheimdienst MfS Schlafentzug Ausreise Hinrichtung Flucht Willkür

Mödlareuth

placeholder9
Entlang des Baches, der mitten durch das Dorf fließt, wird Mödlareuth geteilt. Ein Teil des Dorfes steht unter sowjetischer, der andere Teil unter amerikanischer Besatzung.
placeholder9
Die Grenze wird immer stärker befestigt. Stacheldraht verhindert, dass die Dorfbewohner auf die andere Seite gelangen.
placeholder9
1964 wird eine 700 Meter lange Betonsperrmauer errichtet. Sie riegelt den östlichen Teil des Dorfes vollständig ab.
placeholder9
Stacheldraht soll Flüchtende aufhalten.
placeholder9
Von Überwachungstürmen aus sichern DDR-Grenzsoldaten die Grenze.

Als „Little Berlin" erlangt Mödlareuth traurige Bekanntheit. Der nur 50 Einwohner zählende Ort liegt exakt auf der Grenze zwischen der sowjetischen und der amerikanischen Besatzungszone. Entlang des Tannbachs, der durch den Ort fließt, wird das Dorf geteilt. Jahrhundertealte familiäre, gesellschaftliche und wirtschaftliche Verbindungen werden abrupt durchtrennt.

Auf Befehl der DDR-Staatsführung werden 1952 Sperranlagen an der innerdeutschen Grenze errichtet. Der bisher noch eingeschränkt mögliche Grenzverkehr ist nun unmöglich. Das Dorf Mödlareuth ist in zwei Hälften geteilt.

Mödlareuth ist mit der Abschottung der innerdeutschen Grenze über Nacht in zwei Hälften geteilt. Bewohner auf dem Gebiet der DDR, die in den Augen des SED-Regimes als unzuverlässig gelten, werden zwangsausgesiedelt. Drei Jahre nach dem Mauerbau in Berlin wird auch in Mödlareuth von DDR-Grenztruppen eine 700 Meter lange Betonmauer quer durch das Dorf gezogen. Während der Zeit der deutschen Teilung steht der DDR-Teil von Mödlareuth Tag und Nacht unter schärfster Bewachung. Die Grenze in der Umgebung des Ortes ist bis 1983 mit Selbstschussanlagen ausgestattet. Nur in einem Fall gelingt 1973 über Mödlareuth die Flucht in die Bundesrepublik. Der westdeutsche Teil des Dorfes entwickelt sich in der Zwischenzeit zu einer regelrechten Touristenattraktion. Im Zuge der Wiedervereinigung werden die Sperranlagen beseitigt. Lediglich ein kurzes Teilstück der Mödlareuther Mauer bleibt erhalten.

 
mehr
Besucherinformation
 
Deutsche Demokratische Republik (DDR) Sowjetische Besatzungszone (SBZ) SBZ/DDR
Berlin Rostock Leipzig Frankfurt/Oder Berlin-Hohenschönhausen Weesow Suhl Waldheim Dresden, Münchner Platz Erfurt, Andreasstraße Schwedt Leipzig, Hinrichtungsstätte Neustrelitz Mödlareuth Neubrandenburg Potsdam, Leistikowstraße Berlin, Normannenstraße Schwerin, Demmlerplatz Eichsfeld Berlin-Pankow Hoheneck Mühlberg Torgau, DIZ Gera, Amthordurchgang Fünfeichen Leipzig, Runde Ecke Berlin, Checkpoint Charlie Sachsenhausen Berlin, Magdalenenstraße Cottbus Untersuchungshaftanstalt Bützow Marienborn Magdeburg Brandenburg-Görden Cottbus Strafvollzugsanstalt Berlin, Bernauer Straße Bautzen Halle, Roter Ochse Buchenwald Ketschendorf Jamlitz Dresden, Bautzner Straße Torgau, Jugendwerkhof Potsdam, Lindenstraße Chemnitz Rostock Berlin, „Tränenpalast“ Berlin-Rummelsburg Berlin-Marienfelde

"Im Vorbeigehen verstummte jedes Gespräch."

Wie ein Symbol für den absoluten Herrschaftsanspruch der SED steht die Zentrale der MfS-Bezirksverwaltung, die "Runde Ecke", 40 Jahre lang mitten in Leipzig.

Historischer Ort
schliessen
 
Seite drucken
Bildnachweis