Orte der Repression

Isolation Hunger Geheimdienst MfS Schlafentzug Ausreise Hinrichtung Flucht Willkür

Brandenburg-Görden

placeholder9
In Brandenburg-Görden verbüßen zahlreiche Regimegegner des SED-Staates unter härtesten Bedingungen ihre Haft.
placeholder9
Die Zellen sind zur Kontrolle auch von außen nummeriert.
placeholder9
Das Zuchthaus wird 1949 vom SED-Regime für den Strafvollzug wieder in Betrieb genommen. Es gilt als eine der strengsten Haftanstalten der DDR.

„Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!" Tausende politische Häftlinge werden im Zuchthaus Brandenburg, gemeinsam mit Kriminellen oder Kriegsverbrechern, eingesperrt.

Das Gefängnis Brandenburg-Görden ist eine der meist gefürchteten Strafvollzugsanstalten der DDR.

Zwischen 1927 und 1935 nach einem Konzept für humanen Strafvollzug mit Werkstätten und Fortbildungsmöglichkeiten für Häftlinge errichtet, nutzen die Nationalsozialisten das Gefängnis als Haftanstalt für Kriminelle, aber auch für politische Häftlinge. Erich Honecker, später Staatsratsvorsitzender der DDR, ist hier einige Jahre inhaftiert. Ab 1940 werden in Brandenburg-Görden auch Hinrichtungen durchgeführt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernimmt die sowjetische Besatzungsmacht das Gefängnis und führt es als Untersuchungshaftanstalt weiter. Sowjetische Militärtribunale (SMT) verurteilen Tausende zu Lagerhaft, Deportation oder zum Tod. Nach der Gründung der DDR wird das Gebäude an das Ministerium des Innern (MdI) übergeben. Zahlreiche Inhaftierte sind der Willkür der Wachhabenden ausgesetzt und verbüßen unter härtesten Bedingungen ihre oft langjährigen Strafen. Die Zellen sind permanent überbelegt, der Belegungshöchststand wird Ende 1973 mit 3.450 Häftlingen erreicht. Sie arbeiten an veralteten Maschinen und unter oft gesundheitsschädigenden Bedingungen in der Holzverarbeitung, im Bekleidungs- und im Getriebewerk Brandenburg. 1975 wird im Hinrichtungsraum eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus eingerichtet. Noch 1988 beschließt das Ministerium für Kultur der DDR den Bau eines „Museums des antifaschistischen Widerstandskampfes" in Brandenburg-Görden.

 
mehr
Besucherinformation
 
Deutsche Demokratische Republik (DDR) Sowjetische Besatzungszone (SBZ) SBZ/DDR
Berlin Rostock Leipzig Schwerin, Demmlerplatz Brandenburg-Görden Ketschendorf Potsdam, Lindenstraße Halle, Roter Ochse Fünfeichen Berlin, Bernauer Straße Torgau, DIZ Berlin-Pankow Berlin, Checkpoint Charlie Potsdam, Leistikowstraße Neubrandenburg Erfurt, Andreasstraße Berlin, „Tränenpalast“ Chemnitz Frankfurt/Oder Torgau, Jugendwerkhof Waldheim Rostock Berlin, Magdalenenstraße Suhl Bautzen Gera, Amthordurchgang Leipzig, Hinrichtungsstätte Leipzig, Runde Ecke Cottbus Untersuchungshaftanstalt Buchenwald Eichsfeld Bützow Dresden, Bautzner Straße Jamlitz Marienborn Mühlberg Cottbus Strafvollzugsanstalt Mödlareuth Berlin, Normannenstraße Berlin-Rummelsburg Weesow Magdeburg Sachsenhausen Dresden, Münchner Platz Berlin-Hohenschönhausen Schwedt Neustrelitz Hoheneck Berlin-Marienfelde

"Die Todesstrafe wird mittels Fallbeil in einem umschlossenen Raum vollzogen."

Im Gebäude des Landgerichts am Münchner Platz in Dresden werden ab Mai 1952 bis Dezember 1956 nachweislich 66 zum Tode Verurteilte mit dem Fallbeil hingerichtet. Die Hälfte davon sind Opfer der politischen Strafjustiz.

Historischer Ort
schliessen
 
Seite drucken
Bildnachweis